· 

Plastikmüll – Wie er unseren Gewässern und unserer Gesundheit schadet und warum wir ihm den Kampf ansagen müssen

von Katharina

 

Ein Fleck aus Müll im Ozean, 19 mal größer als die Fläche Österreichs. Darin: mindestens 79.000 Tonnen Plastik. Realität im „Great Pacific Garbage Patch“, wie der Nordpazifikwirbel mittlerweile auch genannt wird. Der größte Müllstrudel der Welt befindet sich zwischen den Küsten Chinas und der USA.
 

Er ist einer von vier „Müllinseln“, die die UNESCO vor einigen Jahren sogar zum Staat ernannte – denn ihre Fläche zusammengenommen würde einen achten Kontinent bilden. Einen Kontinent, den wir Menschen selbst erschaffen haben. Durch unseren Müll. Sichtbar sind diese Inseln nicht, der meiste Müll sinkt auf den Meeresboden. Das macht sie aber nicht weniger gefährlich. Wir müssen handeln, damit nicht weiterhin jährlich sieben Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Ozeane gelangen.

 

Abfälle, Abwasser, Kosmetik: Wie kommt Plastikmüll in unsere Gewässer?
Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben laut Umweltbundesamt mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Es gibt in den Ozeanen sechsmal mehr Plastik als Plankton. Wie gelangt es dorthin?

Schätzungen gehen davon aus, dass 80 % des Mülls vom Land kommt. Der Wind und die Flüsse transportieren ihn in die Ozeane. Hinzu kommt Abfall, der auf den Meeren direkt entsteht:  Fischernetze, illegal entsorgte Abfälle von Schiffen und verlorene Ladungen von Frachtern. Auch das Abwasser, das häufig direkt ins Meer geleitet wird, trägt seinen Teil zur zum Müllproblem bei.

Aber auch das geklärte Wasser enthält noch Plastik: Mikroplastik. Das sind Kunststoffteile unter 5 mm Durchmesser. Sie entstehen zum Beispiel beim Waschen in der Waschmaschine, in der sich kleinste Synthetikteilchen lösen. Mikroplastik wird zudem absichtlich unseren Kosmetikprodukten zugefügt, beispielsweise für Peelings.

 

Mikroplastik – klein aber gefährlich
Der Kunststoff in den Meeren ist eine Gefahr für die dort lebenden Tiere: Sie verheddern sich in Plastikteilen oder verhungern, weil ihre von Plastik gefüllten Mägen keine Nahrung mehr aufnehmen können.


„Die Zahlen sind gravierend: Hunderttausende Delphine, Wale, Robben, Schildkröten und sogar Eisbären fallen dem Plastikmüll zum Opfer; die Zahl der verendeten Seevögel geht in die Millionen. Hält der aktuelle Trend der Vermüllung ungebremst an, wird bis zum Jahr 2050 das Gewicht des Plastikmülls, der im Meer treibt, jenes der Fische übersteigen, die darin leben“, schreibt oceancare auf seiner Website.

 

Dann werden auch fast alle Meeresvögel Plastikteile im Magen haben. Das Projekt Litterbase des Helmholtz-Zentrums für Polar-und Meeresforschung spricht aktuell von über 1400 Arten, die im Meer und an den Küsten leben und durch den Plastikmüll negativ beeinflusst werden.

 

Plastik Strand
Plastik findet sich bereits an allen Stränden und Küsten - Photo by John Cameron

Heimtückischer noch ist das Mikroplastik, das seine negativen Auswirkungen erst später zeigt. Es passiert durch seine geringe Größe die Kläranlagen und lagert sich überall ab. Alle Meerestiere nehmen die Partikel auf und geben sie durch die Nahrungskette an uns Menschen weiter. Besonders für diejenigen, die auf eine Ernährung mit Meerestieren angewiesen ist, ist das fatal.

 

Mikroplastik findet sich nicht nur in Kosmetika, es entsteht in großen Mengen beispielsweise auch durch den Abrieb von Autoreifen oder in der industriellen Produktion von Kunststoffen. Auch die großen Plastikteile werden im Laufe der Jahrhunderte durch Sonneneinstrahlung und Salzwasser zu Mikroplastik zerfallen. Bis beispielsweise eine Plastikflasche im Wasser komplett abgebaut ist, vergehen bis zu 450 Jahre.

 

Mikroplastik in Binnengewässern
Nicht nur die Meere sind betroffen – auch unsere Binnengewässer enthalten Mikroplastik, fand 2015 eine gemeinsame Studie der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz heraus.


Jochen Stark von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg bestätigte dem Südkurier im Interview, dass es schon heute keine Oberflächengewässer mehr ohne Spuren von Mikroplastik gibt. Das betrifft natürlich auch den Bodensee, direkt vor der Haustür von little bee fresh. Auch wenn es sich nur um geringe Spuren handelt – wir haben der Natur hier dauerhaft unseren Stempel aufgedrückt. Diese Erkenntnis hat den Ausschlag für die Gründung unseres Start-ups gegeben und unsere Plastikfrei-Mission angestoßen.

 

Was können wir dagegen tun?
Im Alltag auf Plastik verzichten, wo es geht!
Das ist einfacher, als Ihr denkt. Neben unseren Bienenwachstüchern als Ersatz für Plastikfolie gibt es unzählige Möglichkeiten, plastikfrei zu leben. Ein erster Schritt wäre es beispielsweise, auf Kosmetikartikel zu verzichten, die Mikroplastik enthalten. Der BUND listet diese in seinem Einkaufsratgeber (pdf-Download) auf. Die USA, Kanada, Neuseeland, Großbritannien und Schweden haben den Verkauf entsprechender Produkte bereits verboten.


Noch besser wäre es, Kosmetikprodukte wie Seife und Shampoo selbst herzustellen, um die Plastikverpackung zu vermeiden. Rezepte dafür und weitere Tipps für ein plastikfreies Leben findet Ihr demnächst hier auf unserem Blog. Denn das Ziel, Plastikmüll zu bekämpfen und möglichst ohne Plastik zu leben, bestimmt nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Philosophie hinter little bee fresh.

 

WWF / Infographic by Anita Drbohlav

 

Was macht Plastik so gefährlich?
Plastik möchte niemand zu sich nehmen, dem würden die meisten von Euch sicher zustimmen.

 

Aber warum ist es eigentlich so gefährlich für unsere Gesundheit?


Ein Grund ist das häufig enthaltene Bisphenol A (BPA), die meistproduzierte Chemikalie der Welt. Der Institutsdirektor der Physiologie II an der Universität Bonn, Dieter Swandulla, erklärte 2013 der Wirtschaftswoche, dass in den Industriestaaten mehr als 90 Prozent der Menschen chronisch mit BPA belastet sind. BPA ist ein synthetisches Hormon, das unter anderem mit Fettleibigkeit, Diabetes und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht wird. In der EU dürfen beispielsweise keine Babyflaschen mehr verkauft werden, die BPA enthalten.
Zum andere bindet das Plastik aber auch Pestizide, wie PCB und DDT, die über die Meeresfauna in die Nahrungskette gelangen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0